Theaterfestival Schwindelfrei 2020

Das Theaterfestival Schwindelfrei versteht sich als Treffpunkt und Plattform der freien Darstellenden Künste aus Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar. Als Forum für regionale künstlerische Prozesse öffnet Schwindelfrei Räume für Versuchsanordnungen und nachhaltige Austauschmomente. Das Festival initiiert einen Austausch zwischen den lokalen, den überregionalen Szenen und dem Fachpublikum, sucht Verbindungen in die Nachbarschaften und zum Mannheimer Publikum. Schwindelfrei wird seit 2009 vom Kulturamt Mannheim ausgerichtet. Die siebte Ausgabe findet vom 3. – 5. Juli 2020 im EinTanzHaus, theater/haus G 7 und zeitraumexit statt.

Das Theaterfestival Schwindelfrei 2020  lädt das Publikum zu einem dreitägigen Festivalprogramm ein, in dem sich die Besuchenden von ausgewählten Gastspielen inspirieren lassen, die künstlerischen Arbeitsvorhaben der Residenzgruppen in ihrem Entstehen entdecken und sich gemeinsam mit den Künstler*innen in das Festivalthema „FABULATIONEN – more than a single story“ vertiefen können.

Festivalthema

FABULATIONEN – more than a single story

It matters what stories tell stories.
It matters what thoughts think thoughts.

It matters what worlds world worlds.
Donna Haraway

Welche Geschichten schreiben unsere Geschichten fort? Welche gesellschaftlichen Fabeln und Erklärungsmodelle bestimmen unseren Blick auf die Welt und unsere Stadt? Welche Gedanken denken unsere Gedanken? Welche Welten und Realitäten entwerfen wir in Sprachen und Bildern, im täglichen Denken, Sprechen, Handeln? Wer nimmt den Faden auf, wer lässt ihn fallen, wer spinnt ihn weiter? Wer ist nicht Teil der Erzählung, nicht Teil des Spiels?

Mit dem Titel FABULATIONEN – more than a single story wendet sich das Theaterfestival Schwindelfrei 2020 der Bedeutung von Narrativen für unsere täglichen Handlungen, Haltungen und Überzeugungen zu und begibt sich auf die Suche nach mehr als der einen Geschichte – nach vielfältigen, vergessenen oder zu erfindenden Mythen, Erzählungen, Visionen. Das Festival lädt dazu ein, sich fabulierend schnell gefassten Bildern und blinden Flecken in der öffentlichen Wahrnehmung zu widersetzen, die mitunter unbewusst Machstrukturen und Diskriminierungen fortschreiben („danger of a single story“, Chimananda Ngozi Adichie).

Im Fokus stehen aktuelle ästhetische Formen, die das Theater als utopisch-kritischen Raum für unerhörte oder noch unerdachte Geschichten und Szenarien entwerfen – performative Visionen, die unseren Realitätssinn für einen Moment zu überschreiben verstehen, oder die der Realität gerade das zufügen, was ihr schmerzhaft fehlt.