Performance, Rauminstallation und Ausstellung

Schwesterstaat

RAMPIG (Mannheim)

Auf dem Bild sieht man ein verlassenes Behandlungszimmer. Rechts steht ein Behandlungstisch, weiter links ein Hocker. In der Mitte sieht man eine Person, die über ein abgedecktes Fenster versucht in den Raum zu gelangen.

Termine
Do, 07.07.2022, ab 20:00 Uhr
Fr, 08.07.2022, ab 19:00 Uhr
Sa, 09.07.2022, ab 19:00 Uhr

Dauer ca. 105 Minuten

AUSVERKAUFT!

Tickets

Treffpunkt
Marienstatue am Haus Nummer 14 in der Straße B2

„Die achtarmige Schwester* Oktopussi drückt dich in ihre samtenen Spalten und heißt dich willkommen auf dem weichen Fundament unseres Staates. Die Schwestern* quollen aus den Türen. Sie haben alle Mittel der Unmenschlichkeit fallen lassen. Und nun. Da stehst du: Ein Mensch auf einer Brücke. Und dann triefst Du über den erstarrten Fluss und spülst Dich in dieses lebendige Haus. Jetzt könnten Taten folgen. Es müssen! Die Glocken läuten den Schwester*staat ein.“ 

Solidarisch und einig ist der utopische „Schwesterstaat” von RAMPIG! Er ist ein Gegenentwurf zu den patriarchalen Narrationen dieser Welt, zu den Entwürfen der Bruderstaaten und anderen Machtallianzen. An einem verlassenen „weiblichen” Ort in Mannheim schlägt das Herz dieses Staates. Dort können die Besucher*innen eintauchen und in mehreren Szenen aktuelle Bilder des weiblichen* Zusammenhalts erleben: im Protest vereinigte Menschen mit Augenbinden, schwarze Märsche gegen Abtreibungsgesetze, zur Flucht getriebene Frauen, Verschwesterung im Kampf. Seit 2019 forscht RAMPIG zu Konzepten des Weiblichen, die mit fest in der Gesellschaft verwurzelten Frauen*bildern verknüpft sind. Auch durch den Ausbruch des neuen Krieges in Europa inmitten dieser Recherche leben überwunden geglaubte Rollenbilder wieder auf. Nun wird gefragt: Welche Frauenbilder gibt es heutzutage? Wer solidarisiert sich mit wem? Mit wem verschwestern wir uns? Welchen Einfluss hat die Ost-West-Konstellation der Macht auf patriarchale Großerzählungen und Bilder des Weiblichen? Woher kommt die Rückkehr konservativer Rollenbilder? 

 

RAMPIG hinterfragt Erzählungen des Weiblichen im Angesicht einer Retraditionalisierung von Frauenbildern durch rechtskonservative Kräfte. In der Performance entsteht ein Archiv kraftvoller, ikonenhafter Bilder, die gerade erschreckend oft für politische Zwecke entfremdet und instrumentalisiert werden.  

 

Kollektiv Theater Performance Kunst RAMPIG, Mannheim (Deutschland) Christina Bauernfeind, Friedrich Byusa Blam, Sophia Mara Buck, Malte Fischer, Tim Fischer, Nikola Haubner, Lea Langenfelder, Liz Langenfelder, Christoph Hack, Sebastian Arnd, Ann-Sophie Reiser, Karolina Leśna, Sophie Lichtenberg, Anna Müller, Tabea Panizzi, Melanie Riester, Nils Sandritter, Beata Anna Schmutz, Stephan Schmutz, Karolina Serafin, Ricarda Walter, Maximilian Zschiesche & Gäste Ausstellung Małgorzata Mycek, Poznań (Polska) 

Koproduktion mit der Bürgerbühne im Kleist Forum in Frankfurt (Oder) und Theater Performance Kunst RAMPIG e.V.  

Gefördert durch den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und die Stiftung Landesbank Baden-Württemberg. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR. Gefördert durch die Projektförderung des Kulturamtes der Stadt Mannheim, durch die Stadt Frankfurt (Oder) und den Eigenbetrieb Kulturbetriebe Frankfurt (Oder).


Über die Künstler*innen

Theater Performance Kunst RAMPIG wurde 2005 in Heidelberg gegründet und ist als freischaffendes Künstler*innenkollektiv organisiert. Die in verschiedenen Städten lebenden Mitglieder mit unterschiedlichen künstlerischen Schwerpunkten bilden für die Zeitdauer einer Inszenierung eine interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft, die um Gastkünstler*innen verschiedener Genres erweitert wird. Die Arbeitsweise des Kollektivs verbindet dabei Performance mit zeitgenössischen Formen des Schauspiels im Kontext von Rauminstallationen. 

Website https://www.rampig.de  


Foto ©  Karolina Serafin

Auf dem Bild sieht man ein verlassenes Behandlungszimmer. Rechts steht ein Behandlungstisch, weiter links ein Hocker. In der Mitte sieht man eine Person, die über ein abgedecktes Fenster versucht in den Raum zu gelangen.