Residenz-Showing

TOOL

Rausch/Scheuer/Stockmeier (Mannheim)

Zu sehen sind Metallrohre vor hellem Hintergrund

Termine
Fr, 08.07.2022, 21:00 Uhr
Tickets

Sa, 09.07.2022, 20:00 Uhr
Tickets

Spielort
zeitraumexit

Tool heißt übersetzt Werkzeug, Instrument und Anwendung. Als Tool werden umgangssprachlich auch Personen abschätzig bezeichnet, die sich, zumeist ohne es zu wissen, von einer Gruppe oder einer anderen Person manipulieren oder ausnutzen lassen. In der Diskussion um Verschwörungstheorien werfen sich verschiedene Seiten gegenseitig vor, manipuliert worden zu sein: von den Medien, der Politik oder den sozialen Medien. So unterliegt jeder öffentliche Meinungsaustausch dem Verdacht, auf Täuschungen zu beruhen oder machtpolitisch beeinflusst zu sein. Es stellt sich die Frage, was wahr und real ist. Wenn wir keine gemeinsamen Nenner oder Überschneidungen finden, können wir uns nicht miteinander verständigen. 

Die Performance „TOOL“ spitzt die Frage nach dem Realen zu und behauptet Musiktheater als Soundsystem. Ein Soundsystem, das als im Raum bewegliche Skulptur zur Bühne und zum Werkzeug, zum „TOOL“, wird. Das „TOOL“ ist eigensinnig und wird zu einer Erweiterung der Performer*innen. Die Performer*innen reagieren entsprechend teils komponiert, teils improvisiert aufeinander. Das „TOOL“ wiederum reagiert auf die Performer*innen. Wer manipuliert hier wen? Zwischen den Performer*innen und dem „TOOL“ entsteht ein neues System von Interaktionen, das sich einfachen Logiken und klassischen Hierarchien von Beeinflussung und Kontrolle entzieht. 

 Der Fokus der Residenz liegt auf dem intermedialen Arbeiten. Die Künstler*innen suchen das Experiment in der Verbindung von Komposition, Video, Sensorik, Objekt, Augmented Reality und Live-Performance. Dabei sind sie Entwickler*innen und Ausführende der Performance zugleich.

 

Künstler*innen Katharina Anna-Josefine Rausch, Christopher Johannes Scheuer, Friedrich Stockmeier 


Über die Künstler*innen

Katharina Anna-Josefine Rausch, Christopher Johannes Scheuer und Friedrich Stockmeier bilden einen Zusammenschluss von intermedial arbeitenden Künstler*innen aus Mannheim. In der Vergangenheit haben sie in unterschiedlichen Konstellationen zusammengearbeitet, sowohl in freien Projekten als auch an Stadttheatern. Zu dritt wollen sie an neuen performativen Formen des zeitgenössischen Musiktheaters forschen. 

Friedrich Stockmeier studierte Komposition und Neue Medien in Mannheim. Er ist Autor und Komponist, schreibt Lyrik und Dramatik und in intermedialen Zusammenhängen. Seine Kompositionen, Theatermusiken, Multimedia-Installationen, szenischen Lesungen und Texte wurden u. a. am Nationaltheater Mannheim, am Landestheater Niederösterreich, im Konzerthaus Berlin, im Rahmen des Heidelberger Frühlings und im Lviv Art Center aufgeführt. In seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt er sich mit Animationsprozessen und deren paranoiden Brechungen. 

Katharina Anna-Josefine Rausch ist Bildende Künstlerin und Theatermacherin. Zunächst studierte sie Theaterpädagogik in Osnabrück. Aktuell studiert sie außerdem an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Engagements führten sie seit 2012 als Dramaturgin, Theaterpädagogin, Regisseurin und Performerin u. a. an das Nationaltheater Mannheim, die Schauburg München und das Theater und Orchester Heidelberg. In ihren Arbeiten bewegt sie sich an der Schnittstelle zwischen Theater und Bildender Kunst. Sie verbindet dabei Performance, Installation sowie Video mit 3-D-Animation und Augmented Reality. Immer wieder begleiten sie dabei Fragestellungen zu Körper, Geschlecht und Identität. 

Christopher Johannes Scheuer studierte Komposition in Mannheim sowie Musiktheorie in Mainz. Er schuf kompositorische Auftragswerke für Theater und Festivals in Deutschland. Im Zentrum seiner Arbeit stehen Live-Elektronik oder bewegungsgesteuerte Sensortechnik, Werke für Stimme sowie Tanz. Er unterrichtete Medienpraxis, Komposition und Theorie an verschiedenen Hochschulen in Deutschland und ist gegenwärtig Projektleiter für die Digitale Bühne an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim. 


Foto © Katharina Anna-Josefine Rausch